Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Nach dem Light VW-Bus (hier klicken) sollten auch diese psychedelisch bemalten Autos nicht unerwähnt bleiben. Sie waren das Werk der britischen Künstler Douglas Binder und Dudley Edwards. Ein Buick Electra Cabriolet war das erste Fahrzeug, an dem sie gemeinsam arbeiteten. Zuvor hatten sie Wände von Geschäften und Wohnungen in London bemalt, wandten sich jedoch bald Möbeln und immer größeren Objekten zu. Inspiriert von Jahrmärkten und Comics verwendeten sie fließende Formen, leuchtende Farben und scharfe Konturen. Edwards sagte später: „Ich denke, die Wirkung unserer dissonanten Farbkombinationen erinnert ein wenig an die Akkorde von Thelonious Monk.“ Sie verwendeten weiße Acrylfarbe, die sie wiederholt abschliffen, bis die Grundschicht vollkommen glatt war. Anschließend trugen sie die leuchtenden Farben mit Emaillefarbe auf.
Der Buick erregte die Aufmerksamkeit der Popgruppe The Kinks, woraufhin ein Fotoshooting organisiert wurde. Alle vier Bandmitglieder erschienen im Electra Cabriolet auf dem Cover ihrer Platte Sunny Afternoon—einem großen Hit des Jahres 1966. Was aus dem Buick—damals mit dem Kennzeichen LLO 2D—geworden ist, bleibt unbekannt, auch wenn es unwahrscheinlich erscheint, dass er überlebt hat.
Kurz darauf folgte ein britischer AC 289—besser bekannt als AC Cobra 427—wenngleich dieses Exemplar nicht in Amerika gebaut wurde. Es war Tara Browne, der damals 20-jährige Erbe des Guinness-Vermögens, der Binder und Edwards mit der Bemalung des Fahrzeugs beauftragte. Brownes AC wurde kurz nach Fertigstellung in einer Galerie in Mayfair ausgestellt und erschien in Paris Match sowie im amerikanischen Magazin Look. Die BBC beschrieb ihn wie folgt: „Dies ist kein Auto, sondern ein Gemälde. Die Kunstwelt spielt ein neues Spiel mit synthetischen und leuchtenden Farben und verbindet den Stil der 1930er-Jahre mit Pop-Art. Dies ist Kunst auf Rädern.“
Tara Browne konnte seinen AC nicht lange genießen. 1966 kam er bei einem Hochgeschwindigkeitsunfall in London ums Leben—nicht im AC, sondern am Steuer eines Lotus Elan. Die Beatles verewigten ihn in A Day in the Life: „He blew his mind out in a car. He didn’t notice that the lights had changed…” Der AC (‘KPK 392C’) existiert noch, ist heute jedoch innen wie außen in einem auffälligen Lila lackiert; die wilde Lackierung der 1960er-Jahre ist leider verloren gegangen.
Text: Jeroen Booij
Bilder: verschiedene Quellen