Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Autos kommen und gehen – manche bleiben jedoch deutlich länger als andere. Der ursprüngliche Range Rover zählt zweifellos zu diesen Langzeit-Champions. Ganze 26 Jahre lang blieb der luxuriöse 4x4 als Neuwagen in den Verkaufsräumen präsent. Und obwohl das Modell an sich bereits faszinierend genug war, sind es vor allem die zahlreichen Umbauten und Sonderversionen, die für die spannendsten Derivate sorgten.
Dank des robusten Chassis schien nahezu alles möglich: von Ambulanz- und Camper-Umbauten bis hin zu Landaulets, von sechstürigen Varianten bis zu Sechsradfahrzeugen – mit oder ohne elektrohydraulisch versenkbare Innenausstattungen oder völlig extravagante Farbkombinationen. Die Preise verfünffachten sich nicht selten, doch bei einer Kundschaft aus Königen, Scheichs und anderen wohlhabenden Persönlichkeiten aus dem Nahen Osten spielte das offenbar kaum eine Rolle.
Wood & Pickett, Glenfrome, Rapport International und Vantagefield gehörten wohl zu den produktivsten Karosseriebauern dieses Genres. Hinzu kam Robert Jankels Panther Westwinds, das unter anderem zwei auf dem Range Rover basierende Papamobile fertigte. Ebenso wenig scheute man davor zurück, den serienmäßigen 3,5-Liter-V8 bei Bedarf durch einen GM-6,5-Liter-V8 zu ersetzen. Gleichzeitig arbeitete das deutsche Unternehmen Schuler seit Jahren daran, Range Rover schneller und leistungsfähiger zu machen. Mit dem Neustart unter dem Namen Overfinch im Jahr 1985 wurden schließlich 5,7-Liter-Chevrolet-V8 zum bevorzugten Antrieb.
Der Schweizer Designer Willy Felber modifizierte 1975 auf Wunsch eines anonymen Diplomaten ein Exemplar. Unter der tief glänzenden blauen Motorhaube dieses Range Rover arbeitete der V8 eines Rolls-Royce Silver Shadow, während der Innenraum vollständig mit Denimstoff ausgekleidet war – einschließlich des Dachhimmels.
1982 klopften Funktionäre der DDR an die Tür von Morgans Werk an der Pickersleigh Road in Malvern. Ihr Wunsch: ein spektakuläres Range-Rover-Cabriolet als Geschenk zum 70. Geburtstag von Staatschef Erich Honecker. Morgan konnte kaum ablehnen. Auf Staatskosten (212.765,56 Mark) entstand ein verlängerter und höhergelegter Jagdwagen – komplett mit Dachkonstruktion eines Rolls-Royce Corniche.
Eine der wohl radikalsten Kreationen war der Facet von Glenfrome of England. Dieser Range Rover war kaum noch als solcher zu erkennen und wurde daher als 4x4-Sportwagen bezeichnet. Die 1983 vorgestellte Karosserie stammte von niemand Geringerem als Dennis Adams und verfügte über ein elektrohydraulisch betätigtes Targadach.
Geschmacklos, sagen Sie? Vielleicht. Aber solche herrlich verrückten Autos vermissen wir heute schmerzlich.
Text und Fotos: Jeroen Booij