Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Von allen japanischen Automobilherstellern muss Mazda wohl der coolste sein. Seit die Kreiskolben-Technologie verfügbar wurde, haben sie sie mit Begeisterung genutzt und dabei herrlich eigenwillige Modelle hervorgebracht wie den ursprünglichen Cosmo Sport, das Luce Coupé und einen Großteil der RX-Baureihe der 1970er Jahre. Und dann wären da noch die Concept Cars und Showmodelle.
Dieses hier ist so gut, wie es nur geht – schon allein wegen dieses großartigen Werbefotos mit einem Sportwagen mitten im Wald und einem sich umarmenden Paar im Hintergrund… Und diese Farbe, diese Räder, diese Formen! Als es auf der 17. Tokyo Motor Show im Oktober 1970 enthüllt wurde, muss das Mazda RX-500 die Fantasie des Publikums wie kaum ein anderes Konzept beflügelt haben. Er wirkte, als sei er aus einem anderen Universum gelandet. Designer Shigenori Fukudas dramatische Keilform, die vollständig umschließende Windschutzscheibe und die vorn angeschlagenen Schmetterlingstüren verliehen ihm eine Silhouette, die eher einem Raumschiff als einem Sportwagen ähnelte. Natürlich sollte er Mazdas Engagement in die Kreiskolben-Technik hervorheben, mit einer leichten Glasfaserkarosserie und einem Zweischeibenmotor mit 250 PS und schwindelerregenden 15.000 Umdrehungen.
Doch es ging nicht nur um Geschwindigkeit. Mazda sah den RX-500 als rollenden Testträger für zukünftige Sicherheitsideen, dessen einprägsamstes Merkmal ein Heck voller mehrfarbiger Leuchten war. Diese wechselten von Grün über Gelb zu Rot, um Beschleunigung, Reisegeschwindigkeit oder Bremsintensität anzuzeigen. Durchgesetzt hat sich das nicht, aber die Aufmerksamkeit des Publikums zog es allemal auf sich – ebenso wie die von Matchbox, die den RX-500 in ein weltweit erfolgreiches Spielzeug verwandelten.
Obwohl es Bilder des RX-500 in verschiedenen Farben gibt, wurde nur ein einziges Exemplar in Originalgröße gebaut. Im Laufe der Zeit erhielt es drei verschiedene Lackierungen. Leider entschied man sich bei der behutsamen Restaurierung vor rund fünfzehn Jahren für die letzte und mit Abstand langweiligste: Silbergrau. Heute steht das Auto im Numaji Transportation Museum in Hiroshima.
Text Jeroen Booij
Foto Mazda PR