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St-Patrick’s-Day-Mysterium: Wo ist Odnik?

Heute ist St Patrick’s Day – also ein ausgezeichneter Tag, um einen faszinierenden automobilen Mythos unter die Lupe zu nehmen. Irgendwo in Irland könnte noch immer der älteste erhaltene Mini der Welt existieren.

Allerdings wäre er möglicherweise nicht sofort als solcher zu erkennen. Die Geschichte des Wagens nahm eine besondere Wendung, als der Dubliner Enthusiast Jack O’Donoghue ihn schon in einem frühen Stadium in die Hände bekam. Zeitgenössische Fotografien zeigen ein stark modifiziertes Fahrzeug auf Basis eines sehr frühen Mini. Das Dach war entfernt worden, das Heck aus Stahl zu einem Roadster-Heck umgeformt, die Türen verkürzt und mit tiefer gesetzten Griffen versehen, und eine Windschutzscheibe vom Austin-Healey Sprite wurde auf eine modifizierte Spritzwand montiert. Der Wagen erhielt den Namen Odnik.

 

Odnik erschien erstmals im Wettbewerb im Dezember 1961, als O’Donoghue ihn bei einer Qualifikationsprüfung für die Hewison Trophy einsetzte – und seine Klasse gewann. Zu diesem Zeitpunkt existierte der Mini selbst erst seit etwas mehr als zwei Jahren, und Specials auf Mini-Basis waren nahezu unbekannt.

Doch was Odnik wirklich faszinierend macht, ist seine mögliche Herkunft. Der Wagen trug das Dubliner Kennzeichen CZA 333, ausgegeben im November 1959. Auf den Fotos ist der gepresste Kühlergrill zu erkennen, der nur bei den Mini Vans und… den Entwicklungsprototypen von 1958 zu finden war. Es ist also durchaus möglich, dass dieses Fahrzeug aus einem jener seltenen, von Hand gebauten Mini-Prototypen entstand – Fahrzeuge, von denen allgemein angenommen wird, dass sie nach den Tests verschrottet wurden.

Es gibt eine plausible Verbindung. Berichten zufolge arbeitete O’Donoghue für die Austin-Importeure und -Montagebetriebe Lincoln & Nolan in Dublin, wo ab 1959 Minis in Lizenz gebaut wurden. Diese Position könnte ihm Zugang zu einem der frühesten Fahrzeuge verschafft haben, möglicherweise zu einem Prototyp, der aus Longbridge geschickt worden war, um die irische Produktion aufzubauen.

 

Kürzlich wieder aufgetauchte Fotografien und sogar eine zeitgenössische Skizze haben die Theorie gestärkt, dass Odnik tatsächlich auf einem extrem frühen Mini basierte – doch sein weiteres Schicksal bleibt ungewiss. Der Wagen soll 1965/66 im Vereinigten Königreich genutzt worden sein, bevor er nach Irland zurückkehrte, wo er verkauft wurde. Vielleicht wurde er verschrottet, doch niemand scheint es genau zu wissen. Es ist jedenfalls verlockend, sich vorzustellen, dass irgendwo in Irland, unter Jahrzehnten von Staub, Odnik noch immer existiert – und darauf wartet, das früheste Kapitel der Mini-Geschichte neu zu schreiben…

 

Text Jeroen Booij; Bilder Archiv Jeroen Booij

 

Publiziert:
Dienstag März 17th, 2026

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