Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Ein opulenter Fehlgriff, geworfen in den Schatten der kraftstoffdurstigen (aber unbestreitbar schönen) Mercedes-Benz 300SL. Doch hinter dem finanziellen Ruin verbirgt sich ein Sportwagen, der der Flügeltüren-Rivalin von Mercedes deutlich überlegen ist.
Konzipiert vom amerikanischen Importeur Max Hoffman, sollte der 507 eine Lücke im Sportwagenmarkt schließen: unterhalb des Preisniveaus der Mercedes-Benz 300SL, aber oberhalb der kleineren, leistungsschwächeren Angebote von MG und Triumph. Das Fahrgestell dieser luxuriösen Mittelklassemaschine wurde vom BMW-Ingenieur Franz Fiedler entwickelt. Sein Rahmen, eine verkürzte Variante des 503-Chassis, wurde von 2.835 mm auf 2.480 mm reduziert. Die Vorderradaufhängung nutzte parallele Doppelquerlenker, während hinten eine Starrachse beibehalten wurde — eine Entscheidung, die dem 507 ein bemerkenswert weiches Fahrgefühl verlieh und komfortables Gleiten über aggressives Sportwagenhandling stellte.
Der sportliche Anspruch des 507 zeigte sich auch im Karosseriedesign. BMW beauftragte den Designer Albrecht von Goertz, dessen Verbindungen zu Studebaker und Raymond Loewy ihm ein feines Gespür für den amerikanischen Markt verschafften.
Ein flaches Profil, Chromakzente und eine geneigte Windschutzscheibe gaben dem 507 eine Silhouette, die zugleich zurückhaltend und anziehend wirkte — geschmackvoll europäische Eleganz mit subtilen Hinweisen auf seine sportlichen Ambitionen. Die Karosserie wurde aus handgeformten Aluminiumblechen gefertigt, sodass keine zwei Fahrzeuge exakt identisch waren.
Dieses Gefühl von Luxus setzte sich im Innenraum fort. Das Cockpit war in Leder ausgeführt, mit mehreren serienmäßigen Farbvarianten. Der Fahrer saß komfortabel hinter dem Lenkrad, mit einem klaren Raumgefühl. Ein eng abgestuftes Viergang-Schaltgetriebe verband sich nahtlos mit dem Herzen von BMW’s Luxuskonkurrenten: einem OHV-V8 mit rund 150 PS. Sicher nicht der schnellste seiner Zeit, doch ließen sich aus dem V8 der 507 respektable 122–127 mph herausholen.
Aber kein Maß an Handwerkskunst oder Ingenieurskunst vermochte seine Bauzeit zu verlängern. Gedacht, um das sportliche Image von BMW neu zu beleben, brachte der 507 das Unternehmen stattdessen gefährlich nahe an den Bankrott. Prominente Käufer und Marketingaktionen auf dem US-Markt verhalfen der 507 nur zu rund 10 % des Verkaufsvolumens der Mercedes 300SL. BMW verlor an jedem einzelnen Exemplar Geld, mit Gesamteinbußen von etwa 15 Millionen D-Mark. Bis zum Produktionsende im Jahr 1959 waren lediglich 252 Fahrzeuge gebaut worden.
Ein klarer Fehlschlag? Vielleicht. Doch sein abruptes Ende steigerte nur seine Begehrlichkeit. Heute heiß begehrt auf Auktionen und geschätzt in Automobildesign-Kreisen, weigert sich dieser finanzielle Fehltritt, im Schatten seiner Rivalen zu verschwinden. BMW’s 507: zurückhaltender Luxus mit wohldurchdachtem Stil.
Words by: Alexander Simmons-Miller