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Kunst auf Rädern: Die Wiedergeburt eines Talbot-Lago T14 LS

Der Name Talbot-Lago ruft seit jeher Emotionen hervor. Wir haben bereits über die außergewöhnlichen Leistungen dieser französischen Schönheiten gesprochen, doch ihre Ästhetik ist mindestens ebenso wichtig. Besonders Letzteres trifft auf das Exemplar zu, das kürzlich nach einer sympathischen, sorgfältig ausgeführten Restaurierung angeboten wurde. Nicht das Äußere, sondern vor allem die Technik wurde vollständig überarbeitet. Angeboten von Real Art on Wheels ist dieser Talbot-Lago im wahrsten Sinne des Wortes — und im übertragenen Sinn — Kunst auf Rädern.

Und ja, auch dieser Talbot-Lago T14 2500 LS hat seine Spuren auf der Rennstrecke hinterlassen. 1970 nahm er an der legendären Coupe de l’Âge d’Or in Montlhéry teil, wo er erfolgreich das Ziel erreichte. Die Buchstaben „LS“ stehen schließlich nicht ohne Grund für Lago Sport.

 

Für die Leser von PostWarClassic.de bedarf die Marke Talbot-Lago kaum einer Einführung. Die Fahrzeuge verbanden anmutige Eleganz mit purer Sportlichkeit — eine Verschmelzung französischer Raffinesse mit technischer Bravour. Doch die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg waren schwierig. Der Markt für exklusive Automobile schrumpfte drastisch, und 1953 wurde in Frankreich eine zusätzliche Steuer auf größere Motoren eingeführt (chevaux fiscaux, für Motoren über 2 Liter), was für Marken wie Talbot-Lago nahezu verheerend war.

Als Rettungsmaßnahme wurde der T14 LS vorgestellt — eine Rückkehr zu mechanischer Stärke, sportlichem Fahrverhalten und zeitloser Eleganz. Die Karosserie entwarf Carlo Delaisse von Letourneur et Marchand, damals einer der führenden französischen Karosseriebauer. Doch die Zeiten änderten sich: Der finanzielle Druck zwang Talbot-Lago, Arbeiten ins eigene Haus zu holen. Für Letourneur et Marchand bedeutete dies den Anfang vom Ende, verstärkt durch den Aufstieg selbsttragender Karosserien; kurz darauf schloss das Atelier endgültig. Die Karosserie dieses Exemplars entstand daher vollständig bei Talbot-Lago selbst.

 

Unter der langen Motorhaube liegt ein 2,5-Liter-Vierzylinder mit fünf Hauptlagern, zwei obenliegenden Nockenwellen und zwei Zenith-Vergasern mit 32 mm. Mit 120 PS war dies damals ein beeindruckendes Triebwerk. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Pont-à-Mousson-Vierganggetriebe oder — bei den teureren Versionen — ein voll synchronisiertes Viergang-Getriebe von ZF.

Laut zeitgenössischen Quellen wurden von der T14-Serie nur etwa 54 Exemplare gebaut, davon lediglich acht in LS-Spezifikation zwischen 1955 und 1959. Das hier angebotene Fahrzeug ist eines dieser äußerst seltenen T14 LS-Modelle aus dem Jahr 1957. Laut Werksunterlagen wurde es an M. Paul Damiron ausgeliefert und war das vorletzte LS-Chassis, das das Werk verließ. Zudem wurde es mit dem exklusiven ZF-Getriebe geliefert.
Bei der Auslieferung erhielt es das Pariser Kennzeichen „4020 FS 75“, registriert am 9. Januar 1957. Spätere Eigentümer lassen sich genau nachvollziehen: 1958 Lucien Charuet, 1962 Alberto Bernard und 1969 Mr. Fromentin, der den Talbot-Lago für 5.500 französische Francs erwarb — damals bereits ein beachtlicher Betrag.

Am 3. Mai 1970 startete der Wagen mit der Nummer 28 beim Coupe de l’Âge d’Or in Montlhéry und belegte den siebten Platz in seiner Klasse. Rechnungen aus den frühen 1970er Jahren belegen Wartungsarbeiten beim renommierten Talbot-Spezialisten Georges Grignard, wo am 24. Juni 1971 ein Kilometerstand von 71.962 vermerkt wurde. Kurz darauf scheint das Fahrzeug abgestellt worden zu sein: Als der aktuelle Besitzer es im März 2022 erwarb, zeigte der Tacho lediglich 72.035 km.

 

Damit begann ein neues Kapitel. Die Restaurierung konzentrierte sich vollständig auf die Technik: Motor und ZF-Getriebe wurden komplett überholt, der Kabelbaum mit korrektem Material erneuert und der Innenraum — noch in wunderschön originalem Zustand — vorsichtig konserviert. Neue Reifen und Bremsen machen das Auto wieder sicher fahrbereit. Insgesamt wurden in den letzten Jahren über 150.000 € investiert.
Wichtiges Detail: Das Fahrzeug wurde bewusst nicht in einen Concours-Zustand versetzt. Nur die unlackierten Bereiche der Motorhaube wurden aufgefrischt; der Rest blieb unangetastet. Laut Talbot-Lago-Register ist dies das letzte originale Exemplar, und man bat den Besitzer ausdrücklich, es so zu erhalten. Die ursprüngliche Patina wurde bewahrt — Authentizität und Geschichte bleiben lebendig. Schöner geht es kaum.

Dieser Talbot-Lago T14 2500 LS steht somit exemplarisch für die richtige Restaurierungsphilosophie: technisch perfekt, historisch ehrlich und mit einer Geschichte, die von den späten fünfziger Jahren bis zu den Rennstrecken der siebziger Jahre reicht. Für Liebhaber der Marke, die Wert auf Geschichte, Technik und Seltenheit legen, ist dies eine Gelegenheit, die sich nur äußerst selten bietet.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Publiziert:
Mittwoch November 19th, 2025
DIRK VAN DORST
15 Januar, 23:13
maybe this is one of the 45 made ?
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Tedd Zamjahn
23 November 2025, 14:00
When you write an article like this check your facts. The Talbot Lago club could have helped. The engine is not dual overhead camshafts,
but 2 camshafts in the block with overhead valves and rocker arms. Also the club would have told you that only 45 were built not 54 a
is miswritten in many places.
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