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Der TVR Tina: das „Was wäre wenn?“ mit italienischer Seele

Mehrere Automobile tragen Frauennamen, doch nur sehr wenige wurden tatsächlich nach einer realen Person benannt. Natürlich gab es Mercédès Jellinek. Der Alfa Romeo Giulietta verdankt seinen Namen hingegen Shakespeares Heldin, während Renault Clio und Zoe ihre Wurzeln in der griechischen Mythologie haben und Nissan Sylvia sowie Škoda Felicia auf lateinische Ursprünge zurückgehen.

Zu den Ausnahmen zählen der Lotus Elise, benannt nach Elisa Artioli, der Monica 560, benannt nach Monique Tastevin, sowie der Fiat 125S Samantha, der seinen Namen Samantha Eggar verdankt. Das einzige weitere Beispiel, das wir kennen, ist der nie in Serie gegangene TVR Tina. Der Legende nach stand der Name für This Is Not Another und sollte verdeutlichen, dass der Tina alles andere als gewöhnlich war. Tatsächlich war der Wagen jedoch nach Tina Marshall benannt, der ältesten Tochter des Rennfahrers Gerry Marshall. Marshall war Mitte der 1960er-Jahre eng mit TVR verbunden und spielte bei dem Projekt eine wichtige Rolle. Offenbar hatte TVR-Chef Martin Lilley zudem eine besondere Vorliebe für diesen Namen.

 

Heute ist der Tina weitgehend in Vergessenheit geraten, obwohl die Geschichte auch ganz anders hätte verlaufen können. Dieses klassische „Was wäre wenn?“ war ein ernst gemeinter Versuch, TVR Mitte der 1960er-Jahre in ein breiteres Marktsegment zu führen. Die Zusammenarbeit mit Rootes schien vielversprechend, denn der Tina basierte auf der Technik des Hillman Imp. Trevor Fiore entwarf die elegante Karosserie, die von Carrozzeria Fissore aus Fiberglas gefertigt wurde und kaum noch an die praktische britische Limousine erinnerte, die unter ihr steckte. Das Design strahlte unverkennbar italienisches Flair aus. Gebaut wurden zwei Versionen – ein Coupé und ein Spyder –, die beide auf der London Motor Show 1967 vorgestellt wurden. Der angekündigte Verkaufspreis lag bei 998 Pfund.

 

Leider gelang es TVR nicht, die finanziellen Mittel für eine Serienfertigung aufzubringen, und das gesamte Projekt wurde eingestellt. Glücklicherweise haben beide Prototypen überlebt und wurden in den vergangenen Jahren restauriert: der Spyder in den Vereinigten Staaten und das Coupé in Großbritannien – von niemand Geringerem als… Tina Marshall.

 

Text: Jeroen Booij
Fotos: Iconic Auctioneers / News d'Anciennes

 

Publiziert:
Dienstag Juli 21st, 2026

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