Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Es ist erst ein paar Jahre her, dass wir einer Lancia Beta mit Felber-Karosserie direkt gegenüberstanden. Vier Türen, eine gläserne Heckklappe, eine spitze Front mit großem Stoßfänger, Klappscheinwerfer und ein miniaturhaftes Kühlergrill im Aurelia-Stil – so eigenartig wie faszinierend. Angeblich wurden sieben Exemplare gebaut. Doch erinnerte uns der Wagen auch an Fotos, die wir zuvor gesehen hatten – ein ähnlich gestyltes Auto, diesmal jedoch noch unkonventioneller, mit, warten Sie mal… vier Flügeltüren.
Es war nicht schwer, weiter nachzuforschen, und bald erfuhren wir, dass der Wagen tatsächlich Mizar hieß, entworfen und gebaut von Michelotti im Jahr 1973. Giovanni Michelottis Sohn Edgardo, der seinen Vater als 22-Jähriger bei dem Projekt unterstützte, schrieb: „Einige Arbeiten am Mizar im Maßstab 1:1 mit der Holzlehre und der Montagelehre für die Karosserieteile, alles gefertigt in der Werkstatt in Orbassano, direkt außerhalb von Turin. Das Auto wurde aus Eisenblech hergestellt, gemäß der typischen Methode für Einzelprototypen. Auch Lackierung und Polsterung wurden in der Werkstatt ausgeführt.“
Das Konzeptfahrzeug war für den Turiner Autosalon 1974 als voll funktionsfähiges Fahrzeug bereit. Die Flügeltüren, unterstützt von teleskopischen Dämpfern auf beiden Seiten der Lenksäule, sollen erstaunlich gut funktioniert haben. Michelotti zeigte den Wagen später auch in Genf und Barcelona, doch es überrascht kaum, dass eine Serienproduktion letztlich zu ambitioniert war. Dennoch muss es in Genf gewesen sein, wo das Auto Willy Felbers Aufmerksamkeit erregte – und er gefiel ihm offenbar so gut, dass er sieben Umbauten im Stil des Mizar in Auftrag gab.
Die Frage bleibt: Was geschah mit dem ursprünglichen Konzeptfahrzeug? Laut Edgardo Michelotti verkaufte sein Vater den Wagen 1978 nach Japan. Könnte er dort irgendwo noch verborgen stehen..?
Words: Jeroen Booij
Pictures: Edgardo Michelotti