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Halbzeit auf dem Weg um die Welt – Peking-Paris-Teilnehmer bezwingen die gnadenlose kasachische Wüste und erreichen das Kaspische Meer

Pressemitteilung

  • Halbzeit nach 3 Wochen und 7.350 km an Tag 20 von 37
  • Argentinisches Team Jorge und Cristobal Perez Companc baut Gesamtführung aus; Harold Goddijn (NL) und Corinne Vigreux (FR) übernehmen erneut die Führung in der Classic Class, während Scowcroft und Gilmour (GB) nach schweren Motorproblemen von Platz zwei auf Platz fünf abrutschen
  • Fahrzeug 1, die LaFrance, nimmt einen weiten Umweg; Fiat 500 auf einem Abschleppwagen nach Aktau; Solo-Fahrer erreicht gerade noch den Flug nach Baku; US-Team holt auf – mit Geschichten im Gepäck

 

Nach 20 herausfordernden Tagen und 7.350 Kilometern hat die Peking-Paris Motor Challenge 2025 ihre Halbzeit erreicht. 52 entschlossene Teams haben die unbarmherzige Wüste Kasachstans durchquert und sind per Fähre und Flugzeug über das Kaspische Meer nach Aserbaidschan gelangt.

Diese Etappe war bisher die härteste des weltweit anspruchsvollsten Oldtimer-Rennens. Glühende Hitze bis zu 48 °C, plötzliche Kälteeinbrüche, erstickende Staubstürme, sintflutartiger Regen und völlige Einsamkeit forderten Mensch und Maschine alles ab. Mit nur einem abgelegenen Tankpunkt und Zeltcamps als Versorgungsstützpunkte waren Navigation, Durchhaltevermögen und Reparaturgeschick gefragt.

 

Führung verteidigt – Verfolger kämpfen

Das argentinische Duo Jorge und Cristobal Perez Companc in ihrem Chevrolet Master Coupé von 1939 zeigte sich unbeeindruckt von den Strapazen und baute durch fehlerfreie Fahrten in den besonders anspruchsvollen STC-Sektionen Kasachstans seine Führung weiter aus.

Weniger Glück hatten die Briten Brian Scowcroft und Mark Gilmour: Ihr Fangio Roadster von 1936 erlitt einen schweren Motorschaden – vermutlich ein Kolbenbruch. Das kostete sie drei Plätze im Gesamtklassement. In Baku hoffen sie, mit einem Ersatzmotor wieder angreifen zu können.

In der Classic Class übernahmen Harold Goddijn (NL) und Corinne Vigreux (FR) im Porsche 911 erneut die Führung, gefolgt von den Australiern John Henderson und Lui MacLennan im Volvo 144. Die Briten Brian Palmer und David Bell (Peugeot 504 Coupé) kehrten aufs Podium zurück. Die vorherigen Spitzenreiter Gerd Bühler und Laurenz Feierabend (DE) fielen nach einer Zeitstrafe von 2,5 Minuten auf Platz vier zurück.

 

Pannen, Teamgeist und Überlebenswillen

Pannen waren an der Tagesordnung. Das legendäre Fahrzeug LaFrance von 1917 wich der Wüste mit einer nördlichen Route aus. Ein Fiat 500 erreichte Aktau auf dem Abschleppwagen. Das US-Team Ryan und Isaiah Salter im Zebra-Datsun 240Z holte nach früheren Problemen an der chinesisch-kasachischen Grenze wieder auf – herzlich begrüßt vom restlichen Feld.

Einer der bewegendsten Momente des bisherigen Rennens: Als Vigreuxs Öl-Kühler versagte, war es ausgerechnet ihr direkter Konkurrent Feierabend, der unter das Auto kroch, um ihr zu helfen – ein Zeichen für den besonderen Teamgeist der Rallye.

 

Mechanische Herausforderungen und Staubdramen

Die kasachische Steppe war nicht nur körperlich, sondern auch technisch extrem anspruchsvoll. Tückische Navigation, schräge Kurven, tiefe Rillen und Sandhügel setzten Mensch und Material zu. Ein klemmendes Gaspedal, eine durchgebrannte Sicherung und ein defekter Zylinderkopf waren nur einige der Probleme. Die Salters brachen ein Federbein, das Schweizer Team Merlino beschädigte erneut die Aufhängung ihres Volvo PV544.

Sogar Veteranen wie Tomas de Vargas Machuca, Vorsitzender von HERO-ERA, gerieten an ihre Grenzen. Allein in seinem Bentley von 1926 meisterte er Staubstürme und tief ausgewaschene Pisten – belohnte sich am Ziel mit einem Bad im Kaspischen Meer. Es war so entspannend, dass er beinahe den Flug nach Baku verpasste.

 

Auf nach Europa – doch Entspannung ist keine Option

Mit der Wüste Kasachstans im Rückspiegel genießen die Teams nun eine kurze Erholungspause in Aserbaidschan, bevor ihre Fahrzeuge per Fähre eintreffen. Danach beginnt der letzte und womöglich härteste Teil der Rallye, mit Etappen durch Georgien, die Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Österreich, Deutschland, die Schweiz und schließlich Frankreich.

Die Veranstalter warnen: „Jetzt dürfen die Teams langsam an das Ziel denken – doch das letzte Drittel steckt voller Tücken. Das große Finale wird kein Spaziergang.

 

Die Peking-Paris Motor Challenge bleibt ein episches Abenteuer – geprägt von Ausdauer, Pioniergeist und echter Motorsport-Leidenschaft. Bleiben Sie dran, wenn sich diese außergewöhnliche Rallye weiter Richtung Paris bewegt.

 

Fotos: Will Broadhead Photography und Ian Skelton Photography

 

Publiziert:
Freitag Juni 6th, 2025

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