Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Pressemitteilung
Die Peking to Paris Motor Challenge, das letzte wahre Abenteuer auf vier Rädern, kehrt am 17. Mai mit ihrer neunten Ausgabe zurück – Startpunkt ist die Chinesische Mauer. 118 Jahre nach der Premiere im Jahr 1907 und nur ein Jahr nach dem triumphalen Comeback der achten Ausgabe, die nach fünfjähriger Pause wieder stattfand.
Normalerweise wird dieses ehrgeizigste aller Automobilabenteuer alle drei Jahre ausgetragen, doch aufgrund der Pandemie und weiterer Verzögerungen fand die achte Ausgabe 2024 statt – und kehrt nun aufgrund des großen Andrangs direkt ein Jahr später zurück. Das stellt die Organisatoren vor zusätzliche logistische Herausforderungen, die sie jedoch mit Freude annehmen, um dem Prestige des Events gerecht zu werden. Ab 2028 soll wieder der gewohnte Drei-Jahres-Rhythmus gelten.
Die Route 2025 wird erneut kontinentübergreifend sein: 14.988 Kilometer – fast eine halbe Weltumrundung über das größte zusammenhängende Landmassiv der Erde. Oder anders gesagt: nach Peking fliegen und mit dem Auto zurückfahren. Die Distanz ist nahezu identisch mit der des allerersten P2P im Jahr 1907, bei dem Prinz Borghese eine Herausforderung der Zeitung Le Matin annahm und gewann.
Die Strecke führt durch insgesamt elf Länder: von China nach Kasachstan, über das Kaspische Meer nach Aserbaidschan, dann weiter über die Türkei und durch Europa – Georgien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Österreich, die Schweiz und Frankreich. Zehn Grenzübertritte und sechs Nächte im Zelt warten auf die Teilnehmer. Besonders die ersten drei Wochen sind geprägt von rauen Pisten durch die südlichen Ausläufer der Wüste Gobi.
Zu den 55 internationalen Crews gehört unter anderem der spanische Prinz Alfonso de Orléans-Borbón, erfahrener Navigator bei P2P und Dakar, der gemeinsam mit dem französischen Rennfahrer Christophe Bouchut startet. Letzterer feiert nach einer 43-jährigen Karriere mit 127 Siegen und sechs großen 24-Stunden-Titeln – darunter Le Mans, Daytona, Spa, Nürburgring und Dubai – nun sein Debüt auf Sandpisten statt Asphalt.
Der ehemalige WRC-Fahrer und HERO-ERA-Rallyesieger Jorge Perez Companc aus Argentinien geht zusammen mit seinem Sohn Cristobal in einem massiven Chevrolet Master Coupe von 1939 an den Start – ein starker Kontrast zum kleinsten Fahrzeug der Rallye, dem bislang kleinsten auf einem P2P: ein Fiat 500 von 1973!
In eben diesem Fiat 500 sitzt ein besonderer Mann – der Tourismusminister von San Marino, Federico Pedini Amati. Gemeinsam mit dem Wüstenexperten Fabio Longo und P2P-Veteran Roberto Chiodi wird er das Land San Marino repräsentieren – ganz im Geiste von Prinz Scipione Borghese, dem Sieger von 1907. Die italienischen Medien und das nationale Fernsehen begleiten das Team intensiv.
Die Bentley-Fahrer Tomas de Vargas Machuca und Jonathan Turner sorgen 2025 aus ganz unterschiedlichen Gründen für Aufsehen. Tomas, Vorsitzender von HERO-ERA, entkam 2024 nur knapp einem Unglück, als sein 1914er Lafrance in Aserbaidschan in Flammen aufging. Nun kehrt er mit einem Bentley von 1926 zurück – und will als Erster überhaupt die komplette Strecke allein fahren.
Jonathan Turner ist der einzige Teilnehmer, der bereits bei der zweiten P2P-Ausgabe 1997 dabei war, als Philip Young das Rennen wiederbelebte. Damals wie heute fährt er denselben Bentley von 1929. Als erfahrener Abenteurer – u. a. bei der Himalayan Challenge 2018 mit Sohn Freddie – nimmt Turner bereits zum dritten Mal teil. Sein neuer Navigator ist Nick English, Pilot historischer Flugzeuge.
Ganz anders ist der Einstieg von John Caudwell, britischer Unternehmer und Philanthrop. Mit seinem Bruder Brian tritt er erstmals bei P2P an – im Chevrolet Fangio Master Coupe von 1938. Als Gründer zahlreicher Wohltätigkeitsorganisationen, darunter Caudwell Children, Caudwell Youth und Caudwell LymeCo, ist er soziale Herausforderungen gewohnt – doch P2P dürfte die größte sportliche Herausforderung seines Lebens sein.
Dieses Abenteuer ist nichts für schwache Nerven – lange Tage, harte Pisten, und für viele ein Lebenstraum. Einer, der weiß, was es bedeutet, eine solche Route zu planen, ist Chef-Routenplaner Chris Elkins. Die diesjährige Rallye ist bereits seine siebte. Er erklärt: „Auf der Karte sieht die Route ähnlich aus wie 2024 – aber ab Europa ist alles neu. In China und Kasachstan sind die Städte gleich, aber die Tagesetappen komplett anders. Wir haben unzählige Verbesserungen aus den Notizen des letzten Jahres eingearbeitet – ein gewaltiger Aufwand, der sich aber lohnen wird.“
Nur vier Teams aus 2024 sind dieses Jahr wieder dabei – sie erinnern sich sicher an das ländliche China als echte Überraschung. Besonders Tag 7 und die Fahrt über die chinesische Great Sea Road, kurz nach Sonnenaufgang, werden auch diesmal unvergesslich.
Die bevorstehenden Erlebnisse werden die Teams zusammenschweißen. Kameradschaft und Entdeckergeist gehören genauso zur Rallye wie das Fahren selbst. „Die Stimmung im Camp ist entscheidend“, sagt Wettbewerbsdirektor Guy Woodcock. „Frühe Starts, späte Zieleinfahrten – das schlaucht. Wenn das Auto dann noch zickt, brauchst du das Team um dich herum, um durchzuhalten.“
Bis zur Ankunft in Paris verbringen die Teilnehmer fast sechs Wochen miteinander – und bauen Verbindungen auf, die ein Leben lang halten. Es gibt heute kaum noch Erlebnisse, die den menschlichen Geist so auf die Probe stellen – genau wie bei der legendären ersten Rallye vor 118 Jahren.
Auch 2025 ist das Teilnehmerfeld voller Schmuckstücke: Alan und Leigh Maden aus Australien treten mit dem ältesten Auto im Feld an – einem American LaFrance Type 12 von 1917 mit einem gewaltigen 14,5-Liter-Motor. In der Pioneer-Klasse starten sie gemeinsam mit der Rolls-Royce Silver Ghost von 1920, gefahren von Michael Power und Nigel Parsons. Insgesamt gibt es 25 Vorkriegsfahrzeuge – fast die Hälfte des gesamten Feldes – darunter viele Rallyeveteranen wie Brian Scowcroft, Jonathan Turner und Jorge Perez Companc mit Sohn.
Die Klassik-Kategorie bietet wie gewohnt eine bunte Mischung: legendäre Rallyewagen wie 911er, Escorts und Datsuns – aber auch Exoten wie ein Volvo 220 Kombi aus den USA, gefahren von John und David Houck. Platz für Gepäck ist also garantiert! Zwei Peugeot 504 Coupés sind ebenfalls am Start – darunter ein ehemaliger Werkswagen mit Sieghistorie, gesteuert von keinem Geringeren als Christophe Bouchut, Le-Mans-Sieger 1993.
Doch wie Wettbewerbsleiter Guy Woodcock betont: „Vergesst das Wort Rennen. Es ist zwar eine Rallye, aber in erster Linie müsst ihr das Auto heil ins Ziel bringen. Klingt simpel, aber bei dieser Distanz und dem Gelände ist das eine Herausforderung. Sorgt gut für euch – und fürs Auto.“
Ein Ratschlag, der den Teilnehmern im Ohr klingen sollte, wenn sie am 17. Mai an der Großen Mauer Chinas starten. Ab dann zählt nur noch eins: 37 Tage Straße – ein letztes großes Abenteuer.
Noch einmal: Drive the Impossible.